Dagmar Kusch

Dagmar Kusch
ist Steuerberaterin und seit 1995 Partnerin bei bdp Rostock.

bdp aktuell 79 | November 2011

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die zunehmend zurückhaltende Kreditvergabe der Hausbanken stellt den Mittelstand vor die Notwendigkeit, alternative Finanzierungsinstrumente zu nutzen. Die Platzierung einer Anleihe ist dafür dann eine opportune Finanzierungsmethode, wenn eine gewisse Größenordnung an Kapitalbedarf vorhanden ist, etwa zur Sicherung des Cashflows in Wachstumsphasen, dessen klassische Finanzierung durch die Bank an den dortigen Erfordernissen scheitert.

Flüssig, auch bei erhöhtem Bedarf: Unternehmensanleihen kommen als Finanzierungsalternative auch für den Mittelstand in Betracht und bieten eine Reihe von Vorteilen gegenüber einem Bankkredit. Es müssen aber auch einige Besonderheiten berücksichtigt werden. Barbara Klein erläutert die Einzelheiten.

Erfolgreiche Wandlung: Wie schon in unserer Mai-Ausgabe (bdp aktuell 74) berichtet, hat bdp unter Ausnutzung der Möglichkeiten des neuen Schuldverschreibungsrechtes die Anleihe der Koch Gruppe Automobile AG umstrukturiert. Dieser Debt-to-Equity-Swap wurde jetzt mit der Notierung der Koch-Vorzugsaktien im Freiverkehr der Frankfurter Börse erfolgreich abgeschlossen.

Damit das Licht nicht ausgeht: Am 27. Oktober 2011 hat der Bundestag mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) ganz erhebliche Änderungen im Insolvenzrecht beschlossen. Es bietet überlebensfähigen Unternehmen stärker als bisher eine echte Chance zur Sanierung. Dr. Aicke Hasenheit gibt einen Überblick.

Angreifbares Berechnungsschema: Die Finanzämter gehen immer aggressiver gegen Geschäftsführer von Krisenunternehmen vor. Nunmehr gibt es ein neues Berechnungsschema, anhand dessen die Finanzämter nachzuweisen versuchen, dass der Geschäftsführer weniger die Steuerschulden und mehr  die sonstigen Lieferantenverbindlichkeiten bedient hat. Holger Schewe und Dr. Michael Bormann klären über die drohenden Gefahren auf.

Ihre

Dagmar Kusch