Holger Schewe

Holger Schewe
ist Geschäftsführer der bdp Venturis Management Consultants GmbH.

bdp aktuell 53 | Juni 2009

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

im Zuge der GmbH-Reform wurde auch das Insolvenzrecht mit der Folge geändert, dass sich ein Gläubiger primär aus vorhandenen Sicherheiten und Bürgschaften befriedigen muss, ehe er Ansprüche gegen die Masse geltend machen kann. Als erfahrene Sanierer und langjährige Moderatoren von Bankenrunden waren wir nicht überrascht, dass sich nun ein erheblicher Teil der Unternehmer, nämlich 80 %, überlegt, zukünftig Bürgschaften für Kredite der eigenen Firma zu verweigern.

Wir haben schon früh handwerkliche Fehler der GmbH-Reform identifiziert, die dadurch, dass das MoMiG gleichzeitig mit dem Ausbruch der Finanzkrise in Kraft getreten war, gleich mit voller Wucht wirkten.

Wir wollten uns aber sicher sein und haben deshalb eine repräsentative Studie durchführen lassen, die empirisch überprüft hat, welche möglichen Konsequenzen sich aus der neuen Gesetzeslage für die Gewährung von Krediten an mittelständische Unternehmen ergeben könnten.

Über die dramatischen Ergebnisse berichten wir ausführlich in dieser Ausgabe. Wir werden ferner die Ergebnisse der zuständigen Fachabteilung im Justizministerium präsentieren und Lösungsvorschläge unterbreiten. Unternehmer dürfen nicht per Gesetz zum Sozialfall werden!

Im Insolvenzfall werden die Gesellschaften eines Konzerns getrennt behandelt, und da macht das Anfechtungsrecht Probleme: Denn nun geraten Kredite und Sicherheiten in Gefahr, die im Hinblick auf die Gesamtinteressen des Konzerns gestaltet wurden.

Die Bilanzrechtsreform wird gewisse Verbesserungen für Unternehmen bringen, die intensiv forschen und entwickeln sowie immaterielle Güter herstellen, denn diese können zukünftig handelsrechtlich aktiviert werden, was wiederum positive Wirkung für die Eigenkapitalbasis hat.

Das gesamte bdp-Team wünscht Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

Ihr

Holger Schewe