Betriebsprüfungen | bdp aktuell 44 | September 2008

Wenn der Fiskus klingelt

Wer Steuernachzahlungen vermeiden will, sollte sich auf eine Außenprüfung rechtzeitig und sorgfältig vorbereiten

Klingel

Die Zahl der Betriebsprüfungen steigt drastisch an. Das Bundesfinanzministerium teilte kürzlich stolz mit: „Im Jahr 2007 haben annähernd 13.600 Betriebsprüfer über 210.000 Betriebe geprüft und damit für die öffentlichen Haushalte ein Mehrergebnis von 16,6 Mrd. Euro erzielt. Das ist die eindrucksvolle Bilanz der steuerlichen Betriebsprüfung im vergangenen Jahr.“

Zu dieser „eindrucksvollen Bilanz“ trägt neben der gestiegenen Zahl eingesetzter Prüfer auch bei, dass diese auf die Prüfsoftware IDEA zurückgreifen können und deshalb das Prüfpensum in deutlich verringerter Zeit bei gleichzeitig gesteigerter Tiefe und Genauigkeit durchführen können.

Für die betroffenen Betriebe hat eine für die Finanzverwaltung erfolgreiche „Außenprüfung“, so der Fachbegriff, erhebliche finanzielle Folgen.

Martina Hagemeier

Martina Hagemeier
ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberaterin, Geschäftsführerin der bdp Revision und Treuhand GmbH und seit 1996 Partnerin bei bdp Berlin.

Es ist deshalb sehr sinnvoll, sich auf eine Betriebsprüfung rechtzeitig vorzubereiten, und rechtzeitig bedeutet, bevor der Fiskus seinen Betriebsbesuch mit 14-tägiger Frist ankündigt.

Da die Prüfung nach den Grundsätzen zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU), der einschlägigen Verwaltungsanweisung des BMF, stattfindet, sollten die GDPdU-Daten rechtzeitig erstellt werden. Dies bedeutet, dass die Buchhaltungsdaten des Unternehmens in elektronischer Form in einem Format bereitgestellt werden müssen, welches die Betriebsprüfer mit der Software des Finanzamtes auswerten können. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dem Prüfer nicht unnötige Daten zur Verfügung zu stellen und sich so ohne Not als gläserner Betrieb zu präsentieren. bdp hilft den Unternehmen hierbei. So können beispielsweise über die DATEV diese Daten sehr kostengünstig erzeugt werden.

Rüdiger Kloth

Rüdiger Kloth
ist Steuerberater und seit 1997 Partner bei bdp Hamburg.

Aber nicht nur die Aufbereitung der gesetzlich vorgeschriebenen Dateiformate ist nötig. Es ist häufig auch sehr empfehlenswert, eine elektronische Betriebsprüfung vorab zu simulieren. Die von den Finanzämtern eingesetzte Prüfsoftware steht größeren Kanzleien ebenfalls zur Verfügung. Selbstverständlich kann bdp auf Wunsch bei den Unternehmen eine solche Betriebsprüfung vorab simulieren. Gerade bei einer Mandatsübernahme, wo auch dem Unternehmer die Qualität der bisherigen Buchhaltung nicht vollständig klar ist, kann so eine Vorabprüfung manchmal helfen, hohe Steuernachzahlungen zu vermeiden, weil man noch Zeit für gewisse Korrekturen hat.

Bei Interesse sprechen Sie bitte jederzeit Ihren Berater bei bdp an.