Restrukturierung | bdp aktuell 42 | Juni 2008
Schlüssel zum Erfolg
Eine Restrukturierung darf nicht auf halbem Wege stecken bleiben. Sie muss vielmehr ganzheitlich und konsequent umgesetzt werden
Das Bild ist den meisten sicherlich noch in guter Erinnerung: Altkanzler Gerhard Schröder verkündet der jubelnden Belegschaft der angeschlagenen Philipp Holzmann AG die vermeintliche Rettung. Ein Jahr später musste der einst größte deutsche Baukonzern trotzdem Insolvenz anmelden. Warum? Weil die Sanierung nicht konsequent zu Ende geführt wurde. Nur eine Sanierung der Bilanz führt oft nicht zu einer wirklich tragfähigen Restrukturierung. Hierzu gehört weit mehr.
In der Regel entstehen Unternehmenskrisen nicht von heute auf morgen. Zudem umfassen sie meistens alle Bereiche eines Unternehmens – vom Management über die Strategie bis zu den Prozessen und den kaufmännischen Systemen. Wahrgenommen werden Krisen jedoch meist erst dann, wenn Verluste entstehen oder die Liquidität nicht mehr ausreicht. Da Krisenursachen in allen Unternehmensbereichen zu suchen sind, müssen auch alle Bereiche einbezogen werden, wenn ein Unternehmen wieder aus der Krise herausgeführt werden soll. Dies erfordert einen Sanierungsansatz, der ganzheitlich das gesamte Unternehmen berücksichtigt.
Matthias Schipper
war Geschäftsführer der bdp Venturis Management Consultants GmbH.
Basis hierfür ist die Sanierungs Due Diligence von bdp Venturis, ein umfassendes Restrukturierungsgutachten mit integrierter Ertrags-, Bilanz- und Liquiditätsplanung, das die Stärken und Schwächen in allen Unternehmensbereichen klar benennt und immer auch konkrete Handlungsempfehlungen enthält. Bei unserem ganzheitlichen Ansatz im Verbund mit der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner sind neben den betriebswirtschaftlichen Analysen und Auswertungen immer auch echte Prüfungshandlungen enthalten. Diese liefern ein deutlich schärferes Bild von dem Unternehmen, indem unter Mitwirkung von Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner beispielsweise auch die Werthaltigkeit von Vorratsvermögen oder die Vollständigkeit von Verbindlichkeitsnachweisen sowie die rechtlich relevanten Parameter geprüft werden.
Liegt die Sanierungs Due Diligence vor, ist im ersten Schritt meistens die Liquidität sicherzustellen. Dies ist die Basis für die dann folgenden nachhaltigen Sanierungsaufgaben. Sowohl in der Kapitalbeschaffung als auch in der Verhandlung mit den Finanzpartnern kann bdp Venturis bereits auf eine Vielzahl erfolgreicher Projekte zurückblicken, in denen es gelang, innerhalb sehr kurzer Zeit Fresh Money zu gewinnen. Sodann ist bei Kapitalgesellschaften zu prüfen, ob eine Überschuldung vorliegt und, wenn ja, mit welchen Maßnahmen diese zu beseitigen ist.
Ist die Liquidität gesichert und ein aussagekräftiges Liquiditätsmanagement aufgebaut sowie die Überschuldung beseitigt, sind im nächsten Schritt Maßnahmen für eine nachhaltige Verbesserung der Ertragslage einzuleiten. Das Ziel ist dabei die Optimierung aller wesentlichen leistungswirtschaftlichen Prozesse, um über Effizienzsteigerungen eine Senkung der Betriebskosten zu erreichen. Hierbei ist hohes Abstraktionsvermögen gefragt, denn es ist immer erforderlich, um mehrere Ecken zu denken, um die Auswirkungen von Prozessänderungen auch auf verschiedene vor- und nachgelagerte Prozesse beziehen zu können. Zudem müssen die unterschiedlichen Strukturen und Anforderungen von Produktions-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen berücksichtigt werden.
Damit die so neu gewonnene Ertragssteigerung kein Strohfeuer bleibt, umfasst eine nachhaltige Sanierung eine Überprüfung der Unternehmensstrategie und erfordert ggf. auch eine strategische Neuausrichtung. Hierzu müssen die Entwicklungen im Unternehmensumfeld auf Seiten der Kunden, der Wettbewerber und der Lieferanten, aber auch technologische und gesellschaftliche Trends sorgsam abgewogen und den Stärken und Schwächen der Gesellschaft gegenübergestellt werden. Denn gerade dem Mittelstand bieten sich über konsequent verfolgte Nischen- und Diversifizierungsstrategien oft ungeahnte Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten.
Im Rahmen eines Strategieprozesses ist der Unternehmer fachlich und methodisch dabei zu unterstützen, den Blick über den Tellerrand des Alltagsgeschäfts zu wagen, um die Chancen und Risiken von morgen wahrzunehmen. Dies kann im Ergebnis sogar dazu führen, dass ein Unternehmen nach einer strategischen Neuausrichtung nicht mehr das alte ist, dafür aber umso erfolgreicher. Wichtig ist, konsequent strategische Ziele zu entwickeln, die den Rahmen für die folgenden operativen Maßnahmen bilden.
Um auf Basis der strategischen Ausrichtung in der Folge auch eine nachhaltige Steigerung des Absatzes zu erreichen, sind dann gezielte Schritte in Marketing und Vertrieb einzuleiten. Dies kann von der Überarbeitung des Preismodells bis hin zu einer Neugestaltung der monetären Anreizsysteme im Vertrieb reichen, aber auch zum Aufbau komplett neuer Vertriebswege führen.
Den Rahmen eines erfolgreichen Restrukturierungsprozesses bilden schließlich noch geschärfte kaufmännische Systeme und Controllinginstrumente. Diese sind erforderlich, um die notwendige Transparenz zu schaffen und die Umsetzung der eingeleiteten Maßnahmen auch messen zu können. Ein aussagekräftiges Controlling ist dabei der beste Indikator für Fehlentwicklungen, um somit zukünftige Krisen bereits im Entstehen zu identifizieren.
Welchen Erfolg nachhaltige Sanierungen haben, zeigt das Beispiel der Hochtief AG. Der Wettbewerber der Philipp Holzmann AG hatte ebenfalls stark unter der schwachen inländischen Baukonjunktur im Inland gelitten. Im Rahmen ihrer Restrukturierung hat Hochtief neben verschiedenen finanz- und leistungswirtschaftlichen Maßnahmen aber auch sein Geschäftsmodell strategisch weiter entwickelt und erwirtschaftet heute als einer der weltweit führenden Flughafenbetreiber stabile Erträge.
Was für Großkonzerne gilt, gilt in gleichem Maße für den Mittelstand: Ihre volle Wirkung können einzelne Sanierungsmaßnahmen erst in einem ausgewogenen Zusammenspiel entfalten. Dies belegen unsere Referenzprojekte, in denen bdp Venturis je nach Anforderung unterschiedliche Bündel der oben genannten Methoden angewendet hat. Viele mittelständische Mandanten, die so heute wieder eine nachhaltige Ertragskraft aufweisen, finden sich unter unseren Referenzen, z. B. SIT Sinkwitz Industrietechnik, Sauerbrei Logistics und Ruksaldruck (mehr unter: www.bdp-team.de/referenzen ).
Durch den Zusammenschluss der bdp Management Consultants GmbH und der Venturis AG ist bdp Venturis jetzt noch besser in der Lage, ihren mittelständischen Mandanten in allen Krisensituationen die passende Unterstützung anbieten zu können. Dabei ist unsere besondere Stärke, dass unsere Berater sich jeweils auf einzelne der oben genannten Disziplinen konzentrieren. Hierdurch ist gewährleistet, dass unsere Mandanten immer von Spezialisten betreut werden. Dies gilt für das Controlling ebenso wie für die Prozessoptimierung sowie für strategische und vertriebliche Projekte. Der Einsatz eigener erfahrener Interimsmanager aus unserem Team, die bei Bedarf auch Geschäftsführungsverantwortung übernehmen, rundet dieses Profil ab.