Steuern | bdp aktuell 40 | April 2008
Tipps und Tricks
In den Nachrichtensendern N24 und n-tv erläuterte bdp-Partnerin Martina Hagemeier die Steuererklärung für 2007
bdp-Partnerin Martina Hagemeier war im April eine gefragte Gesprächspartnerin der deutschen Nachrichtensender. Sie gab sowohl bei „Börse am Mittag“ in N24 als auch bei „Steuern und Recht“ in n-tv Tipps für die Steuererklärung 2007.
____Es gibt ja eine Unmenge an Literatur zum Thema „Steuern sparen“. Dennoch: Gibt es denn so was wie Steuerspartricks?
Den ultimativen Steuerspartrick gibt es sicherlich nicht. Unser Steuerrecht ist mittlerweile so kompliziert, dass sehr viele Bedingungen erfüllt sein müssen, damit die Einkommensteuer wirklich reduziert werden kann. Daher muss man schon seine eigene Situation betrachten. Und da hilft natürlich die Literatur, denn sie zeigt, in welchen Bereichen man Steuern sparen kann.
____Die Pendlerpauschale ist ja in den letzten Monaten schon fast ein Dauerthema geworden. Wann ist denn da mit einer endgültigen Entscheidung zu rechnen?
Man rechnet dieses Jahr mit einer Entscheidung. Man sollte weiter alle Belege sammeln. Denn wir wissen noch nicht, was kommt, wenn das Verfassungsgericht die Pendlerpauschale kippt.
____Was sind denn grundsätzlich Bereiche, wo man Belege sammeln und etwas vom Fiskus zurückfordern kann?
Gut geeignet sind die Bereiche, wo es keine Mindestgrenze gibt, die man überschreiten muss. Zum Beispiel die Spenden, die Handwerkerrechnungen oder die haushaltsnahen Dienstleistungen. Die werden ja schon ab dem ersten Euro berücksichtigt und das ist natürlich sinnvoll, hier die Belege zu sammeln.
____Gibt es weitere Tipps für Gehalts- und Lohnempfänger, um Steuern zu sparen?
Alle Belege sammeln: Arbeitsmaterialien, Fortbildungskosten, Reisekosten, die nicht vom Arbeitgeber erstattet werden, Reinigung der Arbeitskleidung usw. Letztendlich kommt es darauf an, dass man den Nachweis erbringen kann, zum Beispiel bei den außergewöhnlichen Belastungen, wo etwa Unterhaltsleistungen anzusetzen sind, bei den Belegen über Krankheitskosten, die man vollständig sammeln sollte, also auch die Taxiquittungen, den Kuraufenthalt usw.
____ Man hört ja immer wieder, dass sich die Mühe mit den Kleinbeträgen gar nicht rechnet, wenn man doch die Pauschale einsetzen kann.
Genau! Der Pauschalbetrag für Arbeitnehmer beträgt 920 Euro. Wenn man den nicht übersteigt, dann braucht man auch keine Belege sammeln. Man weiß natürlich nicht vorher, wie die Entscheidung zur Pendlerpauschale ausfällt.
____Es gibt ja schöne Software für die Steuererklärung. Für wen lohnt sich solch eine Software und wer sollte tatsächlich zum Steuerberater gehen?
Das ist wohl eine Charakterfrage, ob man allein im Kämmerlein brüten möchte oder ob man seine Sachen weggibt und sich dann darum nicht kümmern muss.
____Ab welcher Einkommensgröße lohnt es sich, einen Fachmann hinzuzuziehen?
Eine Einkommensgröße kann man da nicht angeben. Wenn man nur ein Vorstandgehalt hat, dann kann man die Steuererklärung sicherlich immer noch selbst machen. Bei den anderen Einkunftsarten außer Lohn- und Gehalt und Kapitalvermögen sind die Einkunftsermittlungen bereits so komplex, das es sinnvoll ist, einen Steuerberater zu beauftragen.
____Wenn es darum geht, dem Fiskus ein Schnippchen zu schlagen, dann neigt man vielleicht dazu, etwas zu übertreiben. Wo ist denn die Grenze zwischen legal und strafbar überschritten?
Die Steuererklärung muss in sich und über mehrere Jahre plausibel sein. Und da muss man schon ein bisschen aufpassen. Wenn man zum Beispiel die Tage angibt, die man zur Arbeit gefahren ist, dann darf man nicht über eine bestimmte Anzahl kommen, wenn man gleichzeitig noch einen Kuraufenthalt und einen Krankenhausaufenthalt oder Reisekosten absetzen möchte.

