Unternehmenskommunikation // bdp aktuell 33 | September 2007

Prima Klima

Innovationen bringen Umsatz und Kostenersparnisse. Aber nur bei gutem Betriebsklima ist die Belegschaft auch erfinderisch

____Frau Schulz-Bücher, welchen Stellenwert haben Innovationen für den Mittelstand?

Mittelständler bringen jedes Jahr zahlreiche neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt. Doch bei vielen fehlt ein angemessenes Innovationsklima. Dabei sind schon verbesserte Arbeitsabläufe oder auch das Infragestellen eingefahrener Strukturen innovationsfördernd. In einer Atmosphäre des Aufbruchs, wo Bewährtes immer wieder infrage gestellt wird und konstruktive Kritik, auch an Vorgesetzten, zur Unternehmenskultur gehört, werden Ideen geboren und neue Kundengruppen erschlossen. Innovationen bringen Umsatzwachstum und Kostenersparnisse. Sie kreieren Alleinstellungsmerkmale und verschaffen Spielraum in der Preisgestaltung. Wichtige Impulsgeber hierfür sind übrigens die Kunden. Innerbetriebliche Rituale wie  Erfinderstammtische oder Ideenbörsen beschäftigen sich mit zukunftsträchtigen Lösungen. Erzwingen lassen sich Geistesblitze nicht, wohl aber anregen.

Ines Schulz-Bücher

Ines Schulz-Bücher
berät Unternehmer bei der Unternehmens- kommunikation und beim Innovationsmanagement.
www.kommunikation-berlin.de

____Wie wecken Mittelständler bei ihrer Belegschaft den Erfindungsgeist?

Voraussetzung für Erfindergeist ist ein gutes Betriebsklima. Wer sich am Arbeitsplatz unwohl fühlt, ausgebrannt vor Überstunden ist oder Existenzängste hat, sprudelt selten über vor Ideen. Starre Hierarchien, unklare  Prozesse, fehlende Informationen und mangelhafte Kommunikation hemmen die Kreativität. Innovationen fördern bedeutet, Mitarbeiter einzubinden und ihnen größtmöglichen Freiraum zu lassen. Dazu braucht es Vertrauen in den Leistungswillen und die Fähigkeit der Mitarbeiter.

„Ihr Einsatz hat zu positiven Veränderungen geführt. Nun müssen wir gemeinsam am Ball bleiben.“
Martina Hagemeier

Die meisten Ideen entstehen zu Hause in der Freizeit und nicht am Arbeitsplatz. Wichtig ist, dass diese Ideen auch im Unternehmen ankommen und aufgegriffen werden. Dafür sind ein systematisches Vorschlagswesen und kontinuierliche Verbesserungsprozesse notwendig. Motivation ist hierbei das A und O. Grundlage dafür sind eine schnelle Bearbeitung der Vorschläge und Rückmeldung an die Mitarbeiter sowie eine regelmäßige Umsetzung. Hilfreich sind auch Prämien für umgesetzte Ideen.

____Sie haben auch bdp beraten. Was waren Ihre Aufgaben?

Nach einem Briefing mit Herrn Dr. Bormann und seinem Führungsteam wurde ein modulares Weiterbildungskonzept entwickelt. Ausgangspunkt war eine Betriebsklimaanalyse zu den Themen: Sinn, Bevollmächtigung, Beziehungen und Kommunikation, Flexibilität, optimale Produktivität, Respekt und Annerkennung sowie Motivation.

„Sie sind mein gutes ‚schlechtes Gewissen’ und bekommen mir und unserem Team, auch wenn Sie nicht zaubern können.“
Dr. Michael Bormann

Hieraus wurden die Kernthemen zur Optimierung herausgefiltert. Es gab zwei Führungskräfteworkshops zum Thema Verbesserung von Strukturen, Abläufen, Schnittstellen und Kommunikation. Meine Rolle war die der Impulsgeberin und Moderatorin. Schulungen zum Thema Umgang mit verschiedenen Mandanten und Projektakquise waren erfolgreich. Mitarbeiterinnen konnten kurzfristig neue Aufträge gewinnen.

Den Abschluss bildeten ein Führungsseminar „Know-how“ zum Thema Zielvereinbarungsgespräche und eine Klausurtagung der bdp-Führungskräfte. Auf der Basis dieser Veranstaltungen wurden Zielvereinbarungsgespräche bei bdp erfolgreich durchgeführt und sind nun Arbeitsgrundlage der laufenden Arbeit.

____Frau Schulz-Bücher, wir danken Ihnen für das Gespräch.