Offenlegungspflichten | bdp aktuell 31 | Juni 2007

Eine Frage des Formats

Kosten und Verfahren für Meldungen beim elektronischen Bundesanzeiger (eBanz)

Ab dem Geschäftsjahr 2006 müssen Kaufleute (insbes. AG, GmbH & Co. KG, GmbH) ihre Jahresabschlüsse durch Einreichung der Unterlagen beim Elektronischen Bundesanzeiger (eBanz) in elektronischer Form offenlegen. Als Übergangsregelung ist nur noch bis 2009 die Papierform möglich. Unterbleibt die Offenlegung, was im eBanz einfach recherchiert werden kann, drohen von Amts wegen drakonische Ordnungsgelder von bis zu 25.000 Euro.

Ralf Kurtkowiak

Ralf Kurtkowiak
ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Geschäftsführer der bdp Revision und Treuhand GmbH und Partner bei bdp Hamburg.

Einreichungspflichtig sind der Jahresabschluss und – bei prüfungspflichtigen Gesellschaften – der Bestätigungsvermerk und der Lagebericht. Einreichen kann das Unternehmen selbst, sie können jedoch auch z. B. bdp damit beauftragen. Vorliegen muss der Jahresabschluss bzw. das Offenlegungsexemplar (oder das sog. Testatsexemplar bei Prüfungen) in Dateiform. Sollte der Jahresabschluss von uns erstellt worden sein, liegt diese Datei bei uns vor und kann an Sie oder direkt an den eBanz übermittelt werden. 

Die Kosten für die Einreichungen unterscheiden sich nach den verwendeten (Daten-)Formaten. Zulässig sind Formate wie Word, Excel, RTF und XML.

Die Kosten betragen:

  • Papierformat: 2,5 ct / Zeichen
  • Excel-Format: 2,25 ct / Zeichen
  • Word/RTF Format: 1,5 ct / Zeichen

Bei Einreichung im neuen XML-Format:

  • Mindestpreis : 20,00 EUR
  • ab 2.501. Zeichen: 1,00 ct / Zeichen
  • ab 7.001. Zeichen: 0,70 ct / Zeichen
  • ab 15.001. Zeichen: 0,40 ct /Zeichen
  • ab 60.001. Zeichen: 0,10 ct / Zeichen

Aber: Wie viele Zeichen enthält ein durchschnittlicher Jahresabschluss überhaupt? Vorbehaltlich individueller Abweichungen haben eine Excel-Bilanz bzw. eine Excel-Gewinn-und-Verlustrechnung jeweils etwa 1.000 Zeichen, ein Anhang (Word) hat etwa 1.500 Zeichen, ein Lagebericht (Word) einer mittelgroßen Gesellschaft hat etwa 3.000 Zeichen.

Für XML-Formate gelten bei der Einreichung folgende Besonderheiten: Kleine Gesellschaften, die nur eine Bilanz und einen (verkürzten) Anhang einreichen müssen, zahlen pauschal 20 Euro; mittelgroße Gesellschaften mit Bilanz sowie verkürzter Gewinn-und-Verlustrechnung, Anhang, Lagebericht und Bestätigungsvermerk zahlen pauschal 70 Euro.

Ausschlaggebend bei der Einreichung sind aber nicht die (pauschalierten) Kosten der Datenübergabe an den eBanz, sondern der zeitliche Aufwand zur Herstellung der Daten. Die preisgünstigste XML-Einreichung ist zur Zeit noch kompliziert und erfordert eine Neuerfassung der Daten. Die Datev z. B. hat aber für 2007 ein Tool in Aussicht gestellt, das dieses Verfahren vereinfachen soll.

Wichtiger ist dagegen bereits jetzt, schon bei der Aufstellung der Bilanz alle möglichen Erleichterungen auszunutzen, um keine Informationen preiszugeben, die nicht vorgeschrieben sind. Da die „normalen“ Jahresabschlüsse, die oft zur Einreichung bei Banken dienen, den gewohnten und angemessenen Umfang nicht unterschreiten sollen und dürfen, werden ggf. „abgespeckte“ Offenlegungsexemplare notwendig. Sprechen Sie uns gern darauf an.