Kommentar, in: bdp aktuell 115 | Februar 2015

Weltoffenheit statt Abschottung

Dr. Michael Bormann warnt vor der Rufschädigung Deutschlands durch Initiativen „Gegen die Islamisierung des Abendlandes“

PEGIDA-Demonstration in Dresden am 25. Januar 2015

bdp bietet seit vielen Jahren die Beratung und Begleitung unserer Mandanten auch international an. Die Auslandsaktivitäten unserer Mandanten nehmen stetig zu, sei es durch die Gründung von Tochtergesellschaften im Ausland, oder aber weil die internationalen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen stark an Bedeutung gewinnen.

bdp hatte hierauf schon frühzeitig reagiert und vor über sechs Jahren als Gründungspartner EuropeFides mitgegründet, eine mittlerweile auf über 30 Kanzleien in Europa und Asien angewachsene Recommendation Association, die es uns erlaubt, unsere Mandanten im Ausland zusammen mit lokalen Spezialisten vor Ort zu begleiten und zu beraten.

bdp ist international aktiv

Immer mehr bdp-Mandanten nutzen auch unsere internationale Erfahrung und ziehen uns z. B. bei wichtigen Verhandlungen im Ausland als Experten hinzu. So sind wir u.a. in Polen, Weißrussland, Litauen, Ägypten, Spanien, Bulgarien, Korea und der Türkei aktiv.

Dr. Michael Bormann

Dr. Michael Bormann
ist Steuerberater und seit 1992 bdp-Gründungspartner.

Und im Jahr 2013 wurde aus der bislang rein deutschen Kanzlei bdp eine deutsch-chinesische Kanzlei, als wir in der 6-Millionen-Metropole Tianjin unser erstes chinesisches Büro und in Shanghai eine Repräsentanz eröffneten. Mit unserem mittlerweile neunköpfigen chinesischen Team betreuen wir überwiegend Tochtergesellschaften deutscher mittelständischer Unternehmen vor Ort in China.

Aktivitäten sind brandgefährlich

Aus dieser internationalen Perspektive und mit der tagtäglichen Erfahrung, wie sehr der Erfolg der deutschen Wirtschaft vom internationalen Handel abhängt, kommen einem die gegenwärtigen Initiativen gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlandes befremdlich und absurd vor. In den betreffenden Gegenden liegt der Ausländeranteil ja teilweise unter einem Prozent! Diese Aktivitäten sind extrem besorgniserregend und brandgefährlich: Auf meinen Reisen im Ausland wurde ich in den vergangenen Wochen sowohl in China als auch in der Türkei und Ägypten, von Behördenmitarbeitern wie auch Unternehmern, intensiv befragt, wie ich denn zu der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit in meiner Heimat stehe. Das Ausland schaut außerordentlich besorgt auf eines der reichsten Länder dieser Erde und nimmt eine Abschottungstendenz mit unklarer Perspektive wahr.

bdp als Kanzlei ist selbstverständlich politisch unabhängig und neutral und wird dies auch bleiben. Aber ich appelliere aus Überzeugung dafür, anderen Ländern und Kulturen weltoffen gegenüberzutreten. Lassen wir uns nicht vereinnahmen von pauschalen Parolen, die eine differenzierte Auseinandersetzung mit den realen Gegebenheiten verweigern. Jedes pauschale Vorurteil ist falsch und schürt nur Ängste. Wir sollten uns stattdessen an Fakten halten und gemeinsam mit Sachlichkeit und Diskussionsfähigkeit der bereits eingetretenen massiven Rufschädigung Deutschlands in der Welt entschlossen entgegentreten!

bdp tritt entschlossen für Weltoffenheit und gegen Abschottung ein

Wir brauchen Weltoffenheit statt Abschottung sowohl um der besorgniserregenden Altersstruktur in Deutschland entgegenzuwirken, als auch um unsere international ausgerichtete Wirtschaft nicht zu gefährden. Hierfür tritt bdp entschlossen ein.

Foto: © Kalispera Dell - Lizenz: CC BY 3.0